Von der Freizeitvision zum Spielerlebnis
Ein besonderer Spielbereich beginnt mit der Frage, welche Bedeutung ein Ort für den Freizeitunternehmer und seine Gäste haben soll.
Bei Ardoer Camping Westhove begann das Projekt eigentlich mit einem Besuch auf dem Campingplatz ’t Geuldal. Eigentümer Jacco Leijdekkers verbrachte dort mit seiner Familie einige Tage und war von dem Spielbereich begeistert. Neugierig darauf, wer hinter der Planung und Umsetzung stand, fragte er bei den Eigentümern von ’t Geuldal nach. So kam er mit unserem Freizeitberater Remco van de Berg in Kontakt.
Jacco hatte bereits eine klare Vorstellung von der Atmosphäre, die er sich für Westhove wünschte. Um diese Vorstellung greifbar zu machen, hatte er verschiedene Inspirationsbilder von Stilrichtungen, Bepflanzungen und Orten in Österreich gesammelt, die ihm besonders gefielen. Diese Bilder bildeten gemeinsam mit seinen eigenen Ideen und Wünschen die Grundlage für die Planung.



Am Anfang steht die Freizeitvision
Als Freizeitberater betrachtet Remco mehr als den eigentlichen Spielbereich. Was möchte ein Unternehmer mit einem Ort erreichen? Wie nutzen und erleben Gäste die Umgebung im Laufe des Tages? Und wie kann eine neue Spielumgebung dazu beitragen, dass Gäste länger an einem Ort verweilen, sich begegnen und die Anlage als Ganzes erleben?
Gemeinsam mit Jacco brachte Remco die Wünsche, Ideen und Ziele für Westhove zusammen. Jacco hatte dabei bereits eine klare Vorstellung von der gewünschten Atmosphäre und Ausstrahlung. Remcos Aufgabe bestand darin, diese Ideen in konkrete Möglichkeiten zu übersetzen und die passenden Partner und Lösungen zusammenzubringen.
Für die landschaftsplanerische Ausarbeitung wurde Landschaftsplanerin Noortje Oomen-Segeren in das Projekt einbezogen. Remco behielt dabei die Freizeitvision, Jaccos Wünsche und das Erlebnis der Gäste im Blick. Noortje führte diese Ausgangspunkte zusammen und übersetzte sie in Landschaft, Wegeführung, Sichtachsen, Spielformen und Bepflanzung.
„Für mich beginnt ein gutes Freizeitprojekt nicht mit einem Spielgerät, sondern mit der Frage, was ein Unternehmer mit einem Ort erreichen möchte. Jacco wusste sehr genau, welche Atmosphäre und welches Erlebnis er sich für Westhove wünschte. „Meine Aufgabe war es, seinen Wünschen genau zuzuhören, Möglichkeiten zu prüfen und die richtigen Partner einzubeziehen. Gemeinsam mit Noortje haben wir all diese Ideen in einen Gesamtentwurf übersetzt, in dem Spielen, Begegnung, Aufenthalt und Landschaft auf natürliche Weise zusammenkommen.“
– Remco van de Berg, Freizeitberater bei BOERplay

Österreichische Atmosphäre nach Domburg übersetzt
Die österreichische Atmosphäre aus Jaccos Inspirationsbildern ist im Entwurf deutlich wiederzuerkennen. Vor allem die natürlichen Wasserläufe der österreichischen Landschaft waren eine wichtige Inspirationsquelle. Dies zeigt sich im Wasserlauf, der sich durch die Spielumgebung schlängelt und mit großen Natursteinen und kleineren Kieseln gestaltet wurde.
Entlang des Wassers entstehen offene Bereiche, in denen Kinder frei mit Sand und Wasser spielen können. Hartholzstege, niedrige Mauern und robuste Hartholzpfosten verstärken den landschaftlichen Charakter und verleihen dem Ort eine natürliche, robuste Ausstrahlung. Gemeinsam mit den Höhenunterschieden, Steinen und der Bepflanzung entsteht so eine Spielumgebung, die als zusammenhängende Landschaft erlebt wird.
Die Kinder können selbst Wasser hochpumpen und anschließend durch die Landschaft fließen lassen. Verschiedene Wasserspielelemente entlang des Weges schaffen zusätzliche Spielmöglichkeiten. So entsteht eine Umgebung, in der Kinder selbst entdecken, bauen, graben und mit Sand und Wasser experimentieren können.
Die Hartholzstege verbinden die verschiedenen Bereiche der Spielumgebung und führen die Besucher nah ans Wasser. Dadurch ist ein großer Teil der Umgebung auch für Menschen im Rollstuhl erreichbar. Gleichzeitig bieten die Stege Platz zum Sitzen, um die Füße ans Wasser zu halten oder als Eltern nah am Spiel der Kinder zu bleiben.
Auch die Bepflanzung ist Teil des Gesamtbildes. Noortje entwickelte dafür einen eigenen Pflanzplan mit Bäumen, Sträuchern, Stauden und Ziergräsern. So verbinden sich Wasser, Sand, Steine, Holz und Grün zu einer natürlichen Landschaft, in der Jaccos österreichische Inspiration deutlich wiederzuerkennen ist.

Ein maßgefertigter Blickfang
Auch die Ränder der Spiellandschaft wurden bewusst gestaltet. Beton, Kiesel und große Steine schaffen einen klaren Übergang. Sie passen zur natürlichen Ausstrahlung und helfen gleichzeitig dabei, die Laufwege der spielenden Kinder auf natürliche Weise zu lenken. In der technischen Ausarbeitung wurden sowohl Betonränder mit Kieseln als auch große Steine entlang der Randbereiche eingeplant.
Auch die Verbindung zum Restaurant und zur Terrasse spielte bei der Planung eine wichtige Rolle. Beide liegen höher als die Spiellandschaft, sodass Eltern von der Terrasse aus einen guten Blick auf ihre spielenden Kinder haben. Die Kinder können ausgiebig entdecken und spielen, während ihre Eltern in der Nähe bleiben und ihre Zeit auf dem Ferienpark genießen.
Die unterschiedlichen Ebenen wurden bewusst in die Gesamtlandschaft integriert. Statt einer harten Abgrenzung zwischen Terrasse und Spielumgebung schaffen Höhenunterschiede, Betonränder, Kiesel und große Steine einen natürlichen Übergang. Die Materialien passen zur Gestaltung der Spiellandschaft und führen Kinder gleichzeitig auf selbstverständliche Weise durch die Umgebung.
„Wir wollten hier keine harte Abgrenzung schaffen. Die Ränder und Höhenunterschiede führen die Kinder auf natürliche Weise durch den Bereich, während Terrasse und Spielumgebung optisch miteinander verbunden bleiben. So entsteht ein Gesamtbild, in dem Spielen und Verweilen zusammenkommen.“
– Noortje Oomen-Segeren, Landschaftsplanerin bei BOERplay

Auch Raum für ältere Kinder
Während der Gespräche über die Neugestaltung wurde deutlich, dass ein großer Teil der Fläche, die zuvor für Sport und Animation genutzt wurde, eine neue Funktion erhalten sollte. Für Jacco war es wichtig, diese Angebote zu erhalten und sinnvoll in das neue Gesamtkonzept zu integrieren.
Jacco brachte selbst eine Idee und ein Beispiel für ein tieferliegendes Sportfeld mit, das er an einem anderen Ort gesehen hatte. Gemeinsam mit unseren Lieferanten untersuchten wir, wie sich diese Idee auf Westhove übertragen lässt und ob sie technisch und praktisch umsetzbar ist. Schließlich gelang es, das Sportfeld als maßgeschneiderte Lösung in den Entwurf aufzunehmen und auch zu realisieren.
Das tieferliegende Sportfeld bietet Platz zum Fußballspielen und kann vom Animationsteam für verschiedene Aktivitäten genutzt werden. Rund um das Feld bietet eine Tribüne Kindern und Jugendlichen einen Ort zum Sitzen, Zuschauen und Begegnen. Auch für Tischtennis wurde Platz geschaffen.
So blieben Sport und Animation Teil des neuen Gesamtkonzepts und erhielten innerhalb der Landschaft einen neuen Platz. Jüngere Kinder können mit Sand und Wasser spielen oder den Spielturm entdecken, während ältere Kinder und Jugendliche Sport treiben und sich treffen können. Dadurch bietet der Ort über den gesamten Tag hinweg Möglichkeiten für unterschiedliche Altersgruppen.

Ron bringt den Entwurf nach draußen
Wenn die Planung immer konkreter wird, kommt auch Ron Bruijnzeels, Bauleiter Infrastruktur bei BOERplay, verstärkt ins Spiel. Mit seinem Wissen und seiner Erfahrung aus der Umsetzung prüft er, wie sich alle Ideen aus dem Entwurf technisch und praktisch vor Ort realisieren lassen.
„Bei einem solchen Projekt muss draußen alles genau zusammenpassen. Höhen, Wasser, Steine, Betonränder, Spielgeräte und das Sportfeld beeinflussen sich gegenseitig. Unsere Aufgabe ist es, den Entwurf so umzusetzen, dass technisch alles stimmt und gleichzeitig die gewünschte Atmosphäre erhalten bleibt. Das Schöne an Westhove ist, dass man vor Ort wirklich wiedererkennt, was zuvor gemeinsam entwickelt wurde.“
– Ron Bruijnzeels, Bauleiter Infrastruktur bei BOERplay

So bleiben wir während des gesamten Projekts eingebunden: vom ersten Gespräch und den ersten Inspirationsbildern über die Planung und technische Ausarbeitung bis hin zur vollständigen Umsetzung vor Ort.